Welche Impfungen für den Asienurlaub? | Reiseimpfungen Südostasien

Praxistipps 11.06.2026 Redaktion PraxisZeiten
Welche Impfungen für den Asienurlaub? | Reiseimpfungen Südostasien

Asien ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Thailand, Vietnam, Bali, Japan, Indien und viele andere Destinationen locken Jahr für Jahr Millionen von Touristen. Doch so unvergesslich eine Asienreise auch sein kann, sie birgt gesundheitliche Risiken, die in Mitteleuropa weitgehend unbekannt sind. Tropenkrankheiten, durch Nahrung und Wasser übertragene Infektionskrankheiten sowie durch Insekten übertragene Erreger stellen für Reisende ohne entsprechende Vorsorge ein ernsthaftes Risiko dar.

Eine gute Reisemedizin Beratung sollte spätestens vier bis acht Wochen vor Reiseantritt erfolgen, da einige Impfungen in mehreren Dosen verabreicht werden müssen oder eine bestimmte Zeitspanne benötigen, um vollen Schutz aufzubauen. Die Beratung kann beim Hausarzt, in einer spezialisierten Tropenmedizin Praxis oder bei einem Reisemedizin Zentrum erfolgen. Die erfahrenen Ärzte dort können auf Basis des genauen Reiseziels, der geplanten Aktivitäten und des individuellen Impfstatus maßgeschneiderte Empfehlungen aussprechen.

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Standardimpfungen: Das Fundament der Reisevorbereitung

Bevor spezifische Reiseimpfungen diskutiert werden, sollte sichergestellt sein, dass der allgemeine Impfschutz vollständig ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bestimmte Grundimpfungen für alle Erwachsenen, unabhängig von Reisen: Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Masern, Mumps und Röteln sowie eine regelmäßige Auffrischung gegen Influenza (Grippe). Diese sollten vor jeder längeren Auslandsreise überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

Für Reisen nach Asien gelten Hepatitis A und Typhus als besonders wichtige Reiseimpfungen. Hepatitis A ist eine Leberentzündung, die durch verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser übertragen wird und in vielen asiatischen Ländern noch immer endemisch ist. Die Impfung bietet sehr guten Schutz und wird bei einem kombinierten Hepatitis A und B Impfstoff oft zusammen mit Hepatitis B gegeben. Typhus, ein lebensgefährlicher Darmbakterie, ist ebenfalls in weiten Teilen Südostasiens und Indiens präsent und kann durch einen Impfstoff (oral oder als Injektion) vorgebeugt werden.

Hepatitis B: Schutz bei längeren Aufenthalten

Hepatitis B ist eine durch Blut, Sexualkontakt und kontaminierte Klingen übertragbare Viruserkrankung, die zu schwerer chronischer Lebererkrankung führen kann. In vielen südostasiatischen Ländern ist Hepatitis B deutlich häufiger als in Deutschland. Für Reisende, die längere Aufenthalte planen, engeren Kontakt mit der lokalen Bevölkerung haben oder medizinische Einrichtungen aufsuchen möchten, ist die Hepatitis B Impfung dringend empfohlen. Da die Grundimmunisierung drei Impfungen über sechs Monate erfordert, sollte frühzeitig mit dem Hausarzt gesprochen werden. Ein beschleunigtes Impfschema ist bei kurzfristigen Reiseplanungen möglich.

Japanische Enzephalitis: Wichtig bei ländlichen Aufenthalten

Japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die das Gehirn betreffen kann und in Teilen Asiens endemisch ist. Obwohl das Erkrankungsrisiko für kurze Strandurlaube gering ist, steigt es bei Reisen in ländliche Gebiete, bei langen Aufenthalten und während der Regenzeit deutlich an. Der Impfstoff Ixiaro wird in zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen verabreicht. Für Backpacker, Langzeitreisende und Personen, die Reisregionen in der Nähe von Reisfeldern oder Tierhaltungen besuchen, ist die Impfung sehr empfehlenswert.

Tollwut: Lebensrettende Vorsorge für Tierliebhaber

Tollwut ist in Südostasien und auf dem indischen Subkontinent weit verbreitet und für den Menschen nach dem Auftreten von Symptomen fast immer tödlich. Hunde, Affen (besonders in Tempelbereichen), Fledermäuse und andere Tiere können Träger des Tollwutvirus sein. Eine Bisswunde oder eine Lecke auf einer Wunde genügt, um infiziert zu werden. Die Vorsorgeimpfung (präexpositionelle Prophylaxe) erfolgt in drei Dosen und ermöglicht im Infektionsfall eine vereinfachte und länger zuverlässige Nachbehandlung. Wer viel Zeit im Freien verbringt, Tierliebhaber ist oder abgelegene Regionen besucht, sollte die Tollwutimpfung ernsthaft in Betracht ziehen.

Malaria: Vorbeugung ohne Impfung

Gegen Malaria gibt es aktuell noch keine allgemein zugelassene Schutzimpfung für erwachsene Reisende (ein Kindervakzin ist in bestimmten afrikanischen Ländern im Einsatz). Malaria ist eine durch Mücken übertragene Erkrankung, die durch Plasmodium Parasiten ausgelöst wird und in bestimmten Teilen Asiens, vor allem in Südostasien, Südindien und auf Papua Neu Guinea, vorkommt. Die Vorbeugung erfolgt durch sogenannte Chemoprophylaxe (vorbeugende Einnahme von Malariamitteln wie Atovaquon plus Proguanil oder Doxycyclin) sowie durch konsequenten Mückenschutz mit langen Ärmeln, Mückenmitteln (DEET oder Icaridin) und imprägnierten Moskitonetzen.

Ob eine Malariaprophylaxe notwendig ist, hängt stark vom Reiseziel ab. Für Bali, Bangkok, Phuket oder Singapur ist in der Regel keine Prophylaxe erforderlich. Für abgelegene Regionen in Myanmar, Kambodscha oder Teile Indiens kann sie jedoch unabdingbar sein.

Dengue Fieber und Chikungunya: Schutz durch Mückenabwehr

Dengue Fieber wird durch tagaktive Mücken übertragen und ist in südostasiatischen Städten und Touristen Destinationen weit verbreitet. Gegen Dengue gibt es seit einiger Zeit einen Impfstoff, der jedoch nur für Menschen empfohlen wird, die bereits einmal an Dengue erkrankt waren. Für andere Reisende steht der konsequente Mückenschutz im Vordergrund. Auch Chikungunya, eine mit Dengue verwandte Mückenerkrankung, ist in bestimmten Teilen Asiens prävalent und kann starke Gelenkschmerzen verursachen.

Praktische Tipps für die Reisemedizin Beratung

Praxiszeiten empfiehlt, die Reisemedizin Beratung rechtzeitig zu planen und alle relevanten Informationen zum Reiseziel, der Reiseroute, der Unterkunft und geplanten Aktivitäten mitzubringen. Ein internationaler Impfausweis (gelbes Heftchen) sollte auf jeder Reise mitgeführt werden. Für Länder wie Saudi Arabien (bei der Hadj Pilgerfahrt) oder bestimmte afrikanische Länder ist eine Gelbfieberimpfung Pflichtvoraussetzung für die Einreise. Es lohnt sich, vor der Reise auf den Seiten des Auswärtigen Amts und des Tropeninstituts aktuelle Reise und Gesundheitshinweise zu prüfen, da sich die Lage vor Ort schnell verändern kann.

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